Die Aufgabenstellung für die Erweiterung sah die Schaffung von 25 Mehrzweckklassenzimmern, mehreren Sonderräumen, einer einfachen Sporthalle und Verwaltungsräumen für die gesamte Turnhalle vor.
Das Projekt umfasste auch Anpassungsarbeiten am bestehenden Gebäude. Der neue Flügel der Turnhalle fügt sich in die natürliche Neigung des Geländes ein und verlängert den bestehenden Westflügel, indem er dessen gespannte Linien und gebrochene Winkel übernimmt, die vom Büro Boegli und Kramp entworfen wurden.
Die Fassadenelemente aus Betonfertigteilen wurden in einem anderen Farbton ausgeführt, um den Übergang vom bestehenden Gebäude zur Erweiterung zu markieren. Die Schlosserarbeiten in an Bronze erinnernden Farbtönen sind eine Anspielung auf die Farbe des bestehenden Gebäudes und verstärken so die Einheit der gesamten Anlage.
Um die Kohärenz zwischen dem bestehenden Gebäude und dem Erweiterungsbau zu stärken, wurden mehrere Umbauten vorgenommen, darunter der Zugang zum Gelände, der nun von unten über die Rue de Ia Vignette erfolgt. Eine große Halle empfängt die Schüler und verteilt die Ströme zur neuen Sporthalle oder zu den Klassenzimmern der Stufe O. Die Büros, die Direktion, die Verwaltung und die Lehrerzimmer wurden in die Ebene P um einen Innenhof herum verlegt, was in einem zweiten Schritt die Einrichtung eines neuen Verpflegungsbereichs für die Gymnasiasten anstelle der Verwaltungsräume ermöglichen wird.
Das Projekt wurde mit recyceltem Beton realisiert, und um dem Projekt eine zusätzliche warme Note zu verleihen, wurden die Klassenzimmer mit massivem Eichenparkett auf Holzbalken ausgestattet. Diese Architektur, wie auch die der Gemeinschaftsräume, die in Bitu-Terrazzo ausgeführt wurden, spiegelt das bestehende Gebäude wider. Die Decken der Gemeinschaftsräume sind als abgehängte Akustikdecken ausgeführt. Die Eingangshalle beherbergt einen künstlerischen Bodenbelag aus Zement-Terrazzo des Künstlers Karim Noureldin.
Das Energiekonzept des Gebäudes wurde mithilfe von 22 Erdwärmesonden in jeweils 250 m Tiefe erdacht, die an eine Wärmepumpe angeschlossen sind. Im Gebäude wird die Wärmeerzeugung hauptsächlich über Heizkörper verteilt, mit einer Fußbodenheizung in der Sporthalle und den Umkleideräumen.
Die Erweiterung stützt sich auf die Fundamente des bestehenden Gebäudes, was umfangreiche Unterfangungsarbeiten erforderte, darunter das Einsetzen von Mikropfählen, um zwei vertikale Verbindungen zu schaffen, die die Treppenhäuser und die Aufzüge beherbergen und so die beiden Gebäudekörper vereinen. Die Außenanlagen umfassen die Schaffung von Dachbegrünungen auf den Dächern des neuen Gebäudes. Außerdem wurde ein Außenparkplatz für Zweiräder, Autos und Fahrräder vorgesehen, der unter anderem mit elektrischen Ladestationen ausgestattet ist.