Details zum Projekt

In Les Eaux-vives entstehen 58 Wohnungen und ein Gewerbegebäude.

Gegenüber dem künftigen Bahnhof Eaux-Vives in Genf ist ein heterogener Gebäudekomplex - Wohnungen und Parkplätze - einem neuen Komplex mit dem Namen Sumisura (italienisch für „nach Maß“) gewichen, der eine bedeutende Neuqualifizierung des Geländes darstellt.

Lage

Das Projekt besteht aus einem unterirdischen Parkhaus mit 212 Stellplätzen, einem Wohngebäude mit 58 Wohnungen und einem Gebäude für kommerzielle und administrative Aktivitäten. Auch einige Nebengebäude sind Teil des Projekts.

Programm

Problematik. Das Projekt geht auf mehrere Problemstellungen ein: Schaffung einer städtischen Front entlang der Avenue des Eaux-Vives, Reduzierung der Fläche für Außenparkplätze und Begrenzung des Autoverkehrs auf dem Gelände, Verbindung zwischen bestehenden und zukünftigen Gebäuden mit der Förderung des Fußgängerverkehrs. Die Morphologie der Gebäude lässt sich als ein Sockel beschreiben, der die Parkplätze und die öffentlichen Aktivitäten aufnimmt. Das Gebäude mit den Wohnungen überragt Arkaden mit einem Vordach, während das Gebäude mit den Aktivitäten einen direkten Kontakt mit der Avenue des Eaux-Vives hat. Die achtundfünfzig Wohnungen verteilen sich auf acht Stockwerke und ein Penthouse. Sie sind über zwei Treppenhäuser verteilt und bieten Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern. Das Penthouse bietet eine Sieben-Zimmer- und eine Vier-Zimmer-Wohnung.

Das Aktivitätsgebäude besteht aus drei Plateaus, die entsprechend den Bedürfnissen der Adressaten ausgestattet werden können. Jedes Plateau ist in zwei separat zugängliche Teile unterteilbar. Ein zentraler Kern umfasst Verkehr, Toiletten und Sonderräume (Serverraum oder Kochnische). Die Arbeitsbereiche sind mit technischen Doppelböden und Deckenstrahlern ausgestattet. Sie können nach Belieben der zukünftigen Mieter durch ein von den Fassaden definiertes Raster unterteilt werden.

Die Geschäftsarkaden sind auf das Erdgeschoss der beiden Gebäude verteilt und alle von der Avenue des Eaux-Vives aus zugänglich, im Gegensatz zum Parkhaus, dessen Eingang sich im Süden befindet und ebenerdig zur Straße liegt. Sein Dach bildet eine Platte-Esplanade, die mit einem Garten ausgestattet ist.

Umsetzung

Sandwich. Die Gebäude bestehen aus vorgefertigten „Sandwich“-Fassaden, die als Hülle tragend sind. Verschiedene Betone sowie unterschiedliche Oberflächenbehandlungen sorgen für ein Cameo von Beigetönen. Die Besonderheit dieser Fassade liegt auch in der speziellen Verschachtelung der Teile, die wie ein Geflecht aussieht. Die Fassadenbleche wurden aus eloxiertem Aluminium gefertigt, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

Im Inneren besteht der Gemeinschaftsbereich des Aktivitätsgebäudes aus Terrazzo am Boden sowie für die Aufzugseinfassungen, mit einem vorgefertigten Geländer aus Stahlbeton, das eine Kurve bildet. Das Ganze wird dann durch Schachttüren und einen Handlauf aus Eichenholz ergänzt. Der Gemeinschaftsbereich des Wohngebäudes wird durch ein Farbspiel zwischen dem Boden und den Treppen erwärmt. Der Boden besteht aus poliertem Estrich und die Treppe aus polierten Betonfertigteilen.

Energieeffizienz

Minergie. Der Minergie-Komplex verfügt in beiden Gebäuden über eine Doppelstromlüftung. Darüber hinaus wurde für das Aktivitätsgebäude nachträglich eine Kälteerzeugung installiert, ohne dass ein Luftkühler oder ein Monoblock auf dem Dach hinzugefügt wurde. Die zusätzlich verbrauchte Energie wird durch die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Dach kompensiert.

Außenanlagen

Bereich, in dem Spiele stattfinden. Die Anordnung der Gebäude ermöglichte die Schaffung einer großen Fläche für Leben und soziale Begegnungen auf dem Dach des Parkplatzes. Auf einer Fläche von etwa dreitausend Quadratmetern wurde er mit farbigem Asphalt verkleidet und mit verschiedenen Pflanzenkübeln aus Cortenstahl versehen. Eine Grünfläche wurde einem Spielplatz zugewiesen. Die neue Gestaltung des Geländes bietet nun den Durchgang über zwei Treppen, die das Projekt miteinander verbinden.

Herausforderungen und Stärken

Besondere Maßnahmen. Die Ausgrabungsumzäunung der Gebäude wurde mit Hilfe von Spundwänden errichtet. Die Schwierigkeit des Geländes bestand vor allem darin, dass der Grundwasserspiegel weniger als einen Meter unter dem Niveau des Erdgeschosses der Gebäude lag.

Während der Bauphase ging die Schwierigkeit hauptsächlich von der nahen Schnittstelle mit den Mietern des bestehenden Gebäudes aus. Verschiedene Netzwerke mussten verlegt werden, was zu Verzögerungen im Zeitplan führte.

Die Schwerkraftverbindung der Gebäude an der Avenue des Eaux-Vives wurde durch die starke Präsenz bestehender Netzwerke, insbesondere einer unterirdischen Hochspannungsleitung, erschwert.

Das Projekt wurde in 25 Monaten Bauzeit zwischen 2015 und 2017 realisiert und hat alle Schwierigkeiten gemeistert: schlechte Bodenqualität, Grundwasser, schwierige Lage aufgrund der bebauten Umgebung und der Verkehrsströme. Im Ergebnis bietet es Wohnungen, Geschäfte und Gewerbeflächen an einem strategischen Ort gegenüber dem neuen CEVA-Bahnhof Eaux-Vives.