Details zum Projekt

Renovierung der symbolträchtigen Stätte des Bahnhofs von Lausanne

Alpenda hat die Renovierung dieses Bauwerks, das von 1911 bis 1916 errichtet und 1996 umgebaut wurde, in enger Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Amt für Denkmalpflege geleitet, um dem Gebäude seine ursprüngliche Volumetrie zurückzugeben und seine historische Substanz zu respektieren.

Lage

Die Architektenbüros Monod & Laverrière und Taillens & Dubois erhielten den Zuschlag für das Projekt, das von 1911 bis 1916 realisiert wurde.

Hundert Jahre später, nach einigen Umbauten im Jahr 1996, unternimmt die SBB sehr umfangreiche Arbeiten, um den Bahnhof im Rahmen des Projekts Léman 2030 vollständig zu modernisieren.

Einige Realisierungen sind noch im Gange, wie die Verlegung des Stellwerks, in dem die Steuerung der Weichen und Signale untergebracht ist, oder abgeschlossen, wie das „Buffet 1. Klasse“.

Vor drei Jahren wies das Buffet, das der Renovierung von 1996 entgangen war, noch eine Einrichtung auf, die aus der Zeit seiner Eröffnung im Jahr 1916 stammte.

Insbesondere illustriert durch die sechs bemalten Tafeln, die die damals bedienten Ziele darstellen: Neuenburg, Montreux, Freiburg, Genf und das Matterhorn, um die Wallis-Linie zu veranschaulichen. Doch abgesehen von seiner etwas folkloristischen Seite war das Gebäude wenig genutzt, mit vielen Flächen ohne Zweckbestimmung und veralteten technischen Anlagen.

Das Restaurant wurde daher Ende 2015 geschlossen und der gesamte Inhalt wurde versteigert. Die Wiedereröffnung fand Anfang Dezember 2018 nach zweijähriger Umbauphase statt.

Programm

Wer täglich etwa 650 Züge im Bahnhof von Lausanne benutzt, weiß, dass die Ebene, die dem Platz entspricht, der Petit-Chêne abschließt, die wichtigste Schnittstelle zwischen Stadt und Eisenbahnnetz ist.

Hier sollen sich die Orte des Wartens, des Transits und der Verpflegung befinden. So wird das Restaurant „Buffet 1. Klasse“ in seiner ursprünglichen Dekoration im Westen des Bahnhofs in seiner Bestimmung beibehalten. Im östlichen Teil wird nach den Bauarbeiten Léman 2030 ein neues Café-Restaurant mit zeitgenössischem Design die Erwartungen erfüllen.

Im Bereich des kürzlich wiedereröffneten neuen Buffets wurde durch einige vorgezogene Maßnahmen der Boden für die Erweiterung des Bahnhofs im Rahmen des Termingeschäftsplans 2030 bereitet: Stilllegung von Räumen, die verschwinden sollen, Unterfangungen, Bau der künftigen Westunterführung.

Für die Realisierung des Restaurants selbst wurden die Küchen und andere damit zusammenhängende Räumlichkeiten, die ursprünglich im Untergeschoss lagen, ins Erdgeschoss verlegt, vollständig neu dimensioniert, renoviert und an die Standards angepasst. Im ersten Stock wurde ein neuer, öffentlich zugänglicher Konferenzraum mit einer Kapazität von bis zu 100 Personen neu eingerichtet.

Sie umfasst moderne Einrichtungen und entspricht den aktuellen Komfort- und Sicherheitsstandards. In den Obergeschossen wurden die leerstehenden und administrativen Räume des Restaurants durch Verwaltungsflächen ersetzt. In den Räumen im Dachgeschoss sind die technischen Anlagen untergebracht.

Projekt

Der Umbau erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Amt für Denkmalpflege, um dem Gebäude aus Respekt vor seiner historischen Substanz seine ursprüngliche Volumetrie zurückzugeben. Jahrhunderts vorgenommenen Ergänzungen wie „La Pinte“ (60er Jahre) oder der vom Brezelverkäufer besetzte Kiosk (1996) wurden abgebaut und die Mauern originalgetreu in Quaderstein wiederaufgebaut.

Die aktuelle Ausstattung des Buffets, insbesondere seine Leinwandgemälde und das nordwestliche Treppenhaus, wurden restauriert. Die Leinwandgemälde des Winzersaals wurden ausgebaut, restauriert und in den neuen Versammlungsräumen wieder eingebaut.

In den Verwaltungsetagen wurde der Schwerpunkt auf maximale Flexibilität bei der räumlichen Organisation der Einrichtung gelegt.

So werden die Service- und Sanitärräume in einem zentralen Kern zusammengefasst, neue Zugänge geschaffen, wodurch ein bis drei unabhängige Mieter pro Stockwerk möglich sind.

Ein wichtiger Teil der Arbeiten bestand darin, die gesamte Gebäudetechnik auf den neuesten Stand zu bringen: Die Belüftung, die Elektrik, die sanitären Abflüsse und der Brandschutz entsprachen nicht mehr den Anforderungen und erlaubten keinen angemessenen Betrieb des Gebäudes. Schließlich ermöglichte die allgemeine Sanierung der Struktur eine Anpassung an die Normen hinsichtlich der Nutzlasten, des seismischen Widerstands und des Brandschutzes.

Umsetzung

In den Büros werden die Oberflächen halb roh belassen, sodass die verschiedenen Mieter die Endarbeiten ausführen können.

Die Konferenzräume sind mit Parkettböden und akustisch aktiven perforierten Decken ausgestattet.

Mithilfe von mobilen Trennwänden können die Flächen je nach Bedarf der Nutzer unterteilt werden.

Der Boden des Buffetsaals ist mit einem geölten Massivparkett ausgestattet, das vor Ort im Fischgrätenmuster verlegt wurde. Die Schreinerei-Elemente, die seinerzeit von der berühmten Modellschreinerei in Montreux aus japanischer Eiche gefertigt wurden, wurden restauriert.

Techniken

In den Konferenzräumen regulieren aktive Decken die Temperatur der Oberflächen. In den Bürobereichen sind die Verteilung und die Ausstattung Sache des Mieters.

Das Gebäude wurde an die Fernkälte- und Fernwärmesysteme angeschlossen, die im Bahnhof von Lausanne installiert sind. Eine Lüftungsanlage mit einem Doppelstromsystem sorgt für die notwendigen Luftströme für die Mietflächen und insbesondere für das Restaurant.

Auf dem Dachboden wurden sechs Monoblöcke installiert. Jede Ebene ist mit sanitären Einrichtungen ausgestattet, auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Besondere Maßnahmen

Es wurden Sonderarbeiten und Unterfangungen durchgeführt, um die Lastabtragung des neuen Projekts zu gewährleisten. Im Laufe des Projekts wurde beschlossen, das Bauwerk so zu sanieren, dass es den seismischen Normen entspricht. Um diese zu erfüllen, mussten umfangreiche zusätzliche Arbeiten durchgeführt werden.

Herausforderungen

Die dem Projekt innewohnenden Schwierigkeiten bezogen sich hauptsächlich auf die Struktur des Bauwerks selbst, dessen Planer vor mehr als einem Jahrhundert anderen Normen und Anforderungen gerecht werden mussten.

Dieser historische Faktor wurde durch die Notwendigkeit, ein geschütztes Gebäude zu respektieren, noch komplexer. Die Herausforderungen für den Bauherrn und das Unternehmen bestanden darin, das Bauwerk zu sanieren und umzugestalten und dabei die Anweisungen und Empfehlungen der Denkmalpflege genau zu befolgen, insbesondere in der Salles des Vignerons und der Salles du Buffet.

Doch während das neue Restaurant in seinen Mauern die Tradition wahrt, surft das angebotene Essen auf einer modernistischeren Welle.

Die SBB hat nämlich den Betrieb des Restaurants an eine Kette, Tibits, vergeben, die vegetarische und vegane Küche in einem echten Buffetmodus anbietet, was vorher nicht der Fall war, wo der Service am Tisch im Vordergrund stand: alte (renovierte) Wände, neue Küche!