Details zum Projekt

Der Wille der Gemeinde Echallens war es, „das Schloss wieder in die Mitte des Dorfes zu bringen“.

Jahrhundert errichtet, vergrößert, umgebaut und zahlreichen öffentlichen Zwecken gewidmet wurde, hatte das Schloss Echallens im Laufe der Jahrhunderte an Prägnanz verloren.

Programm

Das vom Bauherrn vorgegebene Programm umfasste drei Gebäude. Die Renovierung des Nordflügels des Schlosses, der im Inventar der Denkmäler und Stätten des Kantons Waadt aufgeführt ist, sollte die Unterbringung der zusammengefassten kommunalen Dienste ermöglichen. Ein neues dreistöckiges Gebäude sollte drei kantonale Dienststellen und die Gendarmerie vereinen. Eine Tiefgarage mit 44 Stellplätzen sollte das Gebäude vervollständigen. Ein letztes halb unterirdisches Gebäude, die Galette, sollte sich unter dem oberen Schlossplatz befinden.

In diesem Gebäude sollten ein für die Bevölkerung zugänglicher Kontaktschalter und der Ratssaal untergebracht werden. Es sollte auch als Zugangspunkt zum Schloss und zum neuen Gebäude dienen. Kurzum, es ging darum, die städtischen Dienste zusammenzufassen und kantonale Dienste in den neuen Komplex zu integrieren, um dem Schlossgelände und seinen neuen Ergänzungen seine Vorrangstellung als Zentrum des öffentlichen Lebens von Challenges wiederzugeben.

Projekt

Architektonisch bestand die Grundidee des Projekts darin, die Unterscheidung zwischen dem renovierten historischen Gebäude und den neuen Elementen, dem Gebäude und der Galette, deutlich zu markieren. Außerdem wollte man das neue Gebäude so platzieren, dass es die L-Form des Schlosses schließt, um auf dem oberen Platz wieder einen geschlossenen Hof zu schaffen, wie er historisch bestanden hatte.

Umsetzung

Rohbau und Gebäudehülle erforderten je nach den drei Gebäudetypen unterschiedliche Herangehensweisen. Für das Château et la Galette musste der obere Platz ausgehoben werden, um das mit dem Château verbundene se-mi-enterrierte Gebäude zu schaffen. Dies bedeutete, dass die Wände des historischen Gebäudes unterfangen werden mussten, um einen unterirdischen Zugang zum zentralen Treppenhaus des Schlosses zu schaffen. Um das Treppenhaus zu renovieren, mussten die drei inneren Decken abgerissen werden. Als Vorsichtsmaßnahme wurde während dieser Phase eine Verstärkung der Fassaden mit einer Stahlumreifung des Gebäudes installiert. Die Decken wurden anschließend aus Stahlbeton neu erstellt. Eine Treppe wurde gegossen, wobei auf der „Matte“ Stufen und Setzstufen angebracht wurden, die an das historische Gebäude angepasst waren. Für die Fassaden des neuen Gebäudes wurde eine Pfosten-Riegel-Glasfassade zur Stadt hin mit einer Feinsteinzeugfassade zum Schloss hin kombiniert, um eine Harmonie mit dem alten Verputz des Schlosses zu schaffen.

Bei La Galette schließlich erfüllt das Flachdachsystem hohe Anforderungen. Neben der notwendigen Abdichtung und Isolierung, um den klimatischen Belastungen standzuhalten, entspricht die Dachplatte der Galette dem Hochplatz und muss für ein zwei Dutzend Tonnen schweres Feuerwehrauto befahrbar sein. Was die Innenausstattung betrifft, so entspricht sie den sehr unterschiedlichen Atmosphären der Gebäude. Im Neubau und in der Galette ist das Ambiente ausgesprochen zeitgemäß: Teppichböden auf Doppelböden oder Bodenbeläge aus geschliffenem Estrich, Wandverkleidungen aus Glasfaserkunststoff. Im Ratssaal sind die Böden mit gelbem Teppichboden und die Decken mit mikroperforiertem Holz verkleidet. Was das Schloss betrifft, so sind die ursprünglichen Wände mit altem Putz behandelt, der mit Kalkfarbe überzogen ist, und die neuen Wände mit synthetischem Putz. Der Boden ist mit Eichenparkett ausgelegt und die abgehängten Decken sind aus Metall.

Techniken

Das Flachdach des neuen Gebäudes ist mit einer 230 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage ausgestattet. Für die Heizung werden die drei Gebäude von zwei Heizkesseln versorgt, einem Pelletkessel und einem Gaskessel, der als Zusatz dient, wenn die Pellets nachgefüllt werden müssen oder der Energiebedarf zu hoch ist. Das unterirdische Gebäude dient als technische Brücke zwischen dem neuen Gebäude, in dem sich die Hauptschalttafel und die beiden Heizkessel befinden. La Galette wird mit einem Doppelfluss-Monoblock belüftet. Im Château wurde die bestehende Heizungsverteilung weitestgehend beibehalten und die Sanitärnetze angepasst oder neu erstellt.

Besondere Maßnahmen

Die wichtigsten Einzelmaßnahmen waren die Unterfangung einer Mauer des Schlosses und die Verstärkung einer historischen Mauer mit einer Nagelwand zwischen dem oberen Platz und dem Außenzugang des unteren Erdgeschosses des Schlosses.

Herausforderungen

Der Westflügel des Schlosses, der nicht renoviert wurde, beherbergt eine Turnhalle für die Schulen und das Musikkonservatorium. Während sich die Baustelle über die gesamte Parzelle des oberen Platzes erstreckte, musste ein provisorischer Zugang zu diesen Räumlichkeiten für ihre Nutzer und für die Feuerwehr erhalten und gesichert werden. So wurde eine provisorische Fußgängerbrücke errichtet und ein Zugang für die Feuerwehr auf der Rückseite des Schlosses geschaffen. Die Entdeckung archäologischer Überreste während der Erdarbeiten führte zu einer kantonalen Entscheidung. Es bestand die Verpflichtung, sie zu erhalten und in das Projekt zu integrieren, wodurch die Pläne für La Galette im Laufe des Projekts geändert wurden. Die Überreste wurden anschließend gereinigt und restauriert und sind nun vor dem Eingang der Galette ausgestellt. Schließlich waren einige Mieter des neuen Gebäudes erst während der Bauphase bekannt, weshalb im Laufe des Projekts neue Einrichtungen integriert werden mussten, insbesondere für den Posten der Gendarmerie.