Details zum Projekt

Ausdruck einer kulturellen Identität

Auf halbem Weg zwischen Genf und Meyrin liegt das Dorf Vernier, das sich in Längsrichtung zu beiden Seiten seiner Hauptstraße erstreckt.

Lage

Heute ist die Gemeinde Teil des „Großraums Genf“ und beherbergt in der Nähe des internationalen Flughafens verschiedene Verwaltungsgebäude, die für wichtige Gesellschaften entwickelt wurden, sowie ein modernisiertes Industriegebiet. Die zahlreichen und umfassenden privaten und öffentlichen Infrastrukturen machen die Gemeinde auch zu einem attraktiven Wohngebiet und beherbergen verschiedene wichtige Wohnanlagen.

In diesem eminent vielfältigen Stadtkreis wurde die Deutsche Schule errichtet, etwas abseits des dörflichen Epizentrums, in einer Grünanlage, innerhalb derer sie ein Element von großer Anziehungskraft darstellt.

Als Ort der Bildung und Begegnung, der gemäß den pädagogischen, integrativen und repräsentativen Bestrebungen des Vereins für Deutschunterricht konzipiert wurde, bringt die Deutsche Schule Genf eine starke kulturelle Identität zum Ausdruck, insbesondere durch ihre innovativen Fassaden, die der gerade neu gestalteten Grünzone einen besonderen Akzent verleihen.

Programm

Einfache Funktionalität und Energieeffizienz. In einem SIA-Volumen von 24’090 m3 kann das Gebäude 300 Schüler und 40 Erwachsene aufnehmen. Es verfügt über vierzehn normale Klassenzimmer, plus Sonderklassen, eine Aula, Verwaltungsräume und eine Bibliothek.

Das gesamte Gebäude befindet sich auf einem ausgewogenen, flachen Grundstück von 8’130 m2, mit einer Grundfläche von 2’690 m2 und einer Bruttogeschossfläche von 6’115 m2.

Das Gebäude wurde als Generalunternehmer in 15 Monaten Bauzeit errichtet und bietet behindertengerechten Zugang durch ebenerdige Seiteneingänge und einen Aufzug, der die beiden oberen Stockwerke und das Untergeschoss bedient.

Der Komplex entspricht einem einfachen und klaren Konzept, das auch den heutigen energetischen und wirtschaftlichen Anforderungen Rechnung trägt. Ziel ist es insbesondere, das Minergie-Label zu erreichen und trotz der Nähe zum Flughafen eine angenehme Geräuschkulisse in den Gebäuden zu gewährleisten.

Projekt

Ein einziges Volumen für alle Räume. Der große Hof dient als Hauptzugang zum Gebäude sowie als Pausenplatz für die Gymnasiasten. Der kleine, eingezäunte Hof ist für die Grundschüler bestimmt und ermöglicht ein Zusammenleben der verschiedenen Altersklassen. Im Eingangsbereich sorgen mobile Trennwände für eine flexible Nutzung der Empfangsbereiche in Verbindung mit der Kantine und der Aula.

Die Grund- und Sekundarschulklassen befinden sich auf der ruhigen und sonnigen Südseite, während die nach Nordwesten ausgerichteten Räume vor allem für den Unterricht in speziellen Fächern und für Gruppen reservierte Bereiche vorgesehen sind. Das Lehrerzimmer und die Bibliothek sind auf den Unterricht in den mittleren Stockwerken ausgerichtet.

Drei strategisch platzierte Treppenreihen ermöglichen eine einfache und schnelle Verteilung. Ein einziges Volumen beherbergt alle notwendigen Räume, indem es eine mäanderförmige Organisation mit zentraler Zirkulation vorschlägt, die sich in der räumlichen Abfolge auf die Gebäudevolumen bezieht.

Entlang einer Verkehrsachse angeordnet, die sich über zwei Stockwerke erstreckt, gruppieren sich die Klassenzimmer um die teilweise überdachten Pausenhöfe.

Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Abfolge von mehr oder weniger transparenten Räumen, die den Blick von beiden Seiten, nach innen und nach außen, ermöglichen.

Das Tragsystem ist außen vor der filigranen Glashülle angebracht, um den Elementen der Struktur eine symbolische Erinnerungsfunktion in dem neu gestalteten Stadtpark zu verleihen: Die diagonalen Pfeiler, die zwischen den horizontalen Platten stecken, bekräftigen das strukturelle Prinzip und schaffen durch ihre Wiederholung einen Dialog mit den schlanken Stämmen der Bäume.

Einfache Verkehrsführung und eine geringe Anzahl dominanter Materialien wie Beton, Glas und Leichtbauelemente prägen den Ausdruck im Inneren. Die Konzepte für Belüftung sowie Schall- und Wärmeschutz basieren auf Dreifachglas mit hohem Isolier- und Schalldämmwert, kombiniert mit einer kontrollierten Belüftung über die Fassaden. Die Wärmepumpenheizung und ein aktives Bodenplattensystem sorgen für einen minimierten Energieverbrauch (Minergie-Standard) unter Berücksichtigung eines angemessenen Komfortniveaus.

Die Außenbereiche werden durch die Verwendung von Belägen wie Kies, Steinplatten und Asphalt, die für die verschiedenen Funktionen einer Schule geeignet sind, in verschiedene Zonen unterteilt. Die Umrandung und die Übergangsbereiche des Grundstücks bestehen aus Grünflächen.