Details zum Projekt

Bau der Ecolint, einer privaten internationalen Schule in Genf.

Kinder mit einer Vielzahl von Rohstoffen sowie mit der technischen Funktionsweise eines Gebäudes vertraut zu machen, ist das Ziel des Gebäudes der Internationalen Schule Genf (EIG).

Lage

Um die „Early Years“ (die jüngsten Schüler) aufzunehmen, die derzeit auf einem Campus in Pregny unterrichtet werden, entschied sich der Bauherr für eine Erweiterung, die in Form eines neuen Gebäudes realisiert werden sollte. Der Bau befindet sich zwischen der Kindertagesstätte Les Morillons und dem GIE Campus des Nations und liegt in der Nähe aller internationalen Organisationen, insbesondere des Internationalen Arbeitsamtes.

Programm

Der neue Anbau besteht aus fünf Stockwerken und einem zentralen Atrium, das den Kindern die Bewegung in einem durch ein Glasdach erzeugten hellen Raum erleichtert. Die Räumlichkeiten umfassen neun Klassenzimmer, eine Sporthalle, drei Betreuungsräume und Nebenräume: Bibliothek, Kunstraum, Küche. Außerhalb des Gebäudes sind Spielbereiche sowie Vorplätze auf verschiedenen Terrassenebenen angelegt. Das Programm präzisierte die Notwendigkeit, einen Zugang zwischen dem bestehenden und dem neuen Gebäude über einen Tunnel im Untergeschoss zu schaffen. Eine weitere wichtige Anforderung bestand in der Notwendigkeit, das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper, insbesondere durch eine eigene Arbeitsgruppe, zu entwerfen und dabei die Kinder aktiv einzubeziehen. Auf diese Weise entstand eine grundlegende Verbindung zwischen dem Lehrplan, der Entwicklung des Projekts und den häufigen Besuchen auf der Baustelle.

Die kühne Architektur, die Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper und die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler, um ihnen Materialien und Bautechniken näher zu bringen, machen die Erweiterung der Internationalen Schule Genf zu einem markanten Projekt, das ein sehr breites Interesse wecken dürfte.

Projekt

Die Idee dahinter ist, Kinder mit einer Vielzahl von Rohstoffen und der technischen Funktionsweise eines Gebäudes vertraut zu machen. Durch die bewusste Enthüllung von Komponenten technischer Netzwerke wie Kabeln und Schächten sowie von unverarbeiteten Materialien wie Beton und Holz haben die Planer auf intelligente Weise dafür gesorgt, dass die Kinder in den Bauprozess einbezogen werden. Um einen ständigen Zugang nach außen zu erleichtern, erfolgt der Aufstieg in die Stockwerke sowohl über eine Rampe im Inneren als auch über Außengänge in Kombination mit Treppen und Holz-/Metallbrücken. Alle Räume verfügen über einen Außenzugang.

Umsetzung

Das Gebäude wurde so konzipiert, dass es jederzeit modulierbar ist. Die Struktur umfasst große Platten, die aus Stützen und Platten bestehen. Die Festigkeit wird durch Betonrandwände und einen zentralen Kern, der den Fahrstuhlschacht enthält, gewährleistet. Die Hülle aus hinterlüfteten Ziegeln enthält eine Wärmedämmung, Luftschlitze und eine Deckschicht aus gepressten Ton-/Zementsteinen. Ein großes Glasdach in der Mitte des Gebäudes schließt das Atrium ab. Es ist mit Thermochromglas ausgestattet, das sich in der Sonne verfärbt, um die UV-Strahlung und die Erwärmung des Gebäudes zu begrenzen. Im Inneren wechseln die Böden zwischen Vinyl, Teppich, Teppichboden, Fliesen, Parkett, geschliffenem Estrich und verschiedenen anderen Belägen. Für Sporträume bietet ein Material namens EDPM einen Boden, der bei Belastung nachgibt. Die Innenwände bestehen aus Sichtbeton, Sichtziegeln, gestrichenen, mit Kacheln oder Isoliermaterial verkleideten Trennwänden. Die Decken sind ebenfalls aus Beton und die abgehängten Decken sind perforiert oder sanitärähnlich. Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen gehören Keilrahmen, Tribünen, Glasdächer, Oberlichter und Rutschen, die als Notausgänge dienen. Das Dach dient als Schulhof.

Die kühne Architektur, die Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper und die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler, um ihnen Materialien und Bautechniken näher zu bringen, machen die Erweiterung der Internationalen Schule Genf zu einem markanten Projekt, das ein sehr breites Interesse wecken dürfte.

Technik

Durch den Einbau eines kanadischen Brunnens gelangt im Winter warme Luft (durch die Erde erwärmte Luft) und im Sommer kalte Luft (in der Erde gekühlte Luft) in das Gebäude. Photovoltaische Solarpaneele auf dem bestehenden Gebäude versorgen auch den Eigenverbrauch des Neubaus.

Besondere Maßnahmen

Ein unter dem Gebäude befindlicher Grundwasserspiegel erforderte besondere Maßnahmen, um den Verbindungstunnel zwischen den Gebäuden zu bauen. Ein Gürtel aus Hochdruckinjektionspfählen setzte unter dem Grundwasserspiegel an und verhinderte, dass das Wasser während der Bauarbeiten anstieg.

Außenanlagen

Die Außenanlagen sind zweierlei Art. Erstens umfassen die Außenanlagen des Gebäudes Erholungsbereiche mit Holzterrassen, einen Spielbereich mit weichem Boden, einen Sandkasten sowie ein großes Seilspielgerät, das sich auf der Rückseite des Gebäudes befindet. Zweitens: die Dachgestaltung. Um die Spielplätze zu optimieren, wird das Dach des Gebäudes vollständig ausgebaut, um Holzterrassen mit Pergolen, einen Sandkasten, ein Wasserspiel sowie den Start einer Rutsche aufzunehmen, die über die gesamte Höhe der drei Stockwerke bis zum Erdgeschoss führt.

Herausforderungen

Die größte Herausforderung bestand darin, den Bau parallel zur Schulzeit zwischen der bestehenden Schule und der Kindertagesstätte durchzuführen. Daher war es wichtig, während der Bauarbeiten so wenig Lärm und Staub wie möglich zu erzeugen. Die lärmintensiven Arbeiten mussten während der Schulferien oder außerhalb der Anwesenheit von Kindern durchgeführt werden, ebenso wie die Lieferungen.