Details zum Projekt

Das weitläufige Gebäude ist als Anmerkung 4 im Inventar der historischen Denkmäler verzeichnet.

Ihr Architekt in den Jahren 1933 und 1934, ist für zahlreiche Gebäude in Lausanne und im Kanton Waadt bekannt.

Lage

Der vom Architekten Marcel Bussy in den Jahren 1933 und 1934 erbaute Gebäudekomplex – mit den Nummern 34 bis 42 der Avenue de France in Lausanne – befindet sich im Süden eines Vierecks, das von der Avenue de France, den Straßen Rue du Maupas und Rue de l’Ecole de Commerce sowie dem Chemin des Aubépines begrenzt wird.

Die Gebäude sind die erste Etappe eines trapezförmigen Platzes von beträchtlichen Ausmaßen, der in seinem Zentrum Dienstleistungen, Gärten und sogar Tennisplätze beherbergen sollte. Die bebaute Form erweitert sich nach innen durch eine zentrale Ausbuchtung, die von einem der fünf Treppenhäuser, die Zugang zu den Wohnungen bieten, bedient wird. Im Grundriss bildet das Gebäude mit seinen fünf Treppenhäusern ein großes E mit abgerundeten Ecken. Seine imposante Masse, die sich über einem mit Travertin verkleideten Geschäftssockel erhebt, wird durch ein Wechselspiel von vollen und leeren Flächen aufgelockert, das durch die freitragenden, abgerundeten Balkone an den Ecken belebt wird. Das Gebäude besitzt sowohl aufgrund seiner Architektur, seiner Wohnungstypologien als auch aufgrund seiner für Lausanner Verhältnisse erstaunlichen städtebaulichen Morphologie einen patrimonialen Wert. Das Gebäude, in dem Dichte und gemischte Nutzung nebeneinander bestehen, genießt eine ruhige Lage. Der Komplex umfasst 125 Wohnungen mit 1,5 bis 4,5 Zimmern, etwa 15 Geschäfte im Erdgeschoss sowie eine Untergeschossebene. Jedes Gebäude hat 3 bis 5 Wohnungen pro Ebene. Auf beiden Seiten des Appendix des Gebäudes Nr. 38, auf der Seite des Square du Maupas, sind eingeschossige Garagenboxen verteilt.

Projekt

Das Projekt umfasst die vollständige Renovierung der Fassaden, der Wohnungen, der Geschäfte und der Gemeinschaftsräume, aber auch eine hofseitige Erweiterung, die die Schaffung neuer Terrassen ermöglicht. Diese ermöglichen die Aufwertung eines Raums zwischen dem ursprünglichen Gebäude und der Erweiterung. Die von den Wohnungen aus sichtbaren, tiefer liegenden Dächer sind mit Gräsern und Sedum begrünt. Eine Pflanzenwand mit automatischer Bewässerung wurde angelegt. Alle Badezimmer wurden neu renoviert und mit Accessoires ausgestattet, die den heutigen Standards entsprechen. Das Projekt wurde mit dem Ziel entwickelt, das Wassersparen mit energiesparenden Geräten zu fördern.

Raum für Kinderleben

Im Erdgeschoss des Gebäudes Nr. 34 wird in den Räumen eines ehemaligen Geschäfts ein neues Kinderzentrum mit 56 Plätzen eingerichtet. Das im Herzen dieses familienfreundlichen Viertels gelegene Projekt zeichnet sich durch seine räumlichen Qualitäten aus und schlägt vor, die Lebensräume der Kinder entlang der Fassaden zu verteilen, um von den besten Lichtverhältnissen zu profitieren. Diese Entscheidung unterstreicht die Großzügigkeit des ursprünglichen Raums, indem sie so wenig wie möglich unterteilt. Sie erleichtert auch die visuelle Kommunikation zwischen den verschiedenen Gruppen von Aktivitäten, indem sie die Zirkulation des natürlichen Lichts in den Räumen bevorzugt.

Techniken

Ein globales Belüftungssystem wurde eingeführt, um die Luftqualität in den Wohnräumen zu verbessern und Energieeinsparungen durch Wärmerückgewinnung zu fördern. So sorgt das einflutige Lüftungssystem für einen Luftdurchsatz sowie für die Nachhaltigkeit des Gebäudes in Bezug auf Kondensationsprobleme. Diese Anlage ist umso notwendiger, als der Austausch der Tischlerei das Volumen dichter machen wird.

Die technischen Räume, in denen die Monoblöcke untergebracht sind, befinden sich in den Untergeschossen, um nicht auf „edle“ Mietflächen oder sensible Erbelemente einzuwirken. Die zentrale Gasheizung mit niedriger Temperatur entspricht den Umweltanforderungen. Jede Wohnung und jedes Geschäft hat einen eigenen Wärmezähler, der es ermöglicht, die Mieter für ihren Energieverbrauch zu sensibilisieren.

Herausforderungen

Die größte Herausforderung auf der Baustelle war die Verwaltung der Renovierungs- und Modernisierungsprozesse, aber auch die Bewertung und Restaurierung der historischen Elemente in Zusammenarbeit mit den Dienststellen der Stadt Lausanne und dem Bauherrn. Besondere Aufmerksamkeit wurde den verwendeten Materialien gewidmet, damit die neu installierten Elemente in einen Dialog mit der historischen Substanz des Gebäudes treten konnten. Die Arbeiten wurden ohne die Anwesenheit der Mieter durchgeführt, die in leerstehende Wohnungen in den Nachbargebäuden umgezogen waren.