Details zum Projekt

Werk des Architekten André Gaillard

Die Gebäude am Chemin de la Montagne in Chêne-Bougeries sind Zeugen der Entwicklung von Neubauvierteln der modernen Schweizer Architektur. Das Projekt zur Renovierung und Sanierung aller 311 bestehenden Wohnungen war mit einer Baugenehmigung verbunden, die die Aufstockung um zwei Stockwerke, d.h. 88 zusätzliche Wohnungen, erlaubte.

Lage

Die Planer dieser Renovierung und Aufstockung, SSR3 architectes SA, wollten in Absprache mit dem Bauherrn diese repräsentative Architektur der modernen Schweizer Bewegung der 1950er bis 1970er Jahre respektieren. Die Aufstockung wurde in Fortführung des bestehenden architektonischen Registers konzipiert, sowohl was die Typologie der Grundrisse als auch die Fassaden aus Glas und Metall betrifft. Die Fassade des einen, Z genannt, war 2007 renoviert worden, aber beide, Z (Hausnummern 96 bis 122 des Weges) und I (Hausnummern 124 bis 134), zeigten ihr Alter in Bezug auf die Mieterausstattung, die Nichteinhaltung der aktuellen technischen Standards und die Energieverluste.

Das Doppelprojekt wurde auf einem halbbewohnten Gelände durchgeführt. Für Alpenda stellte die Anwesenheit der Mieter eine große Herausforderung dar, die eine besondere Betreuung erforderte. Das Unternehmen stellte einen Mediationsdienst zur Verfügung, der die Kommunikation mit den Mietern erleichterte.

Programm

Die Renovierung der 311 bestehenden Wohnungen umfasste Küchen, WCs, Bäder, den Austausch von Sanitärleitungen und Schachttüren, die Anpassung der Elektrik und die Auffrischung der Gemeinschaftsräume. Die Aufstockung brachte 88 neue Wohnungen auf zwei Ebenen. Sie sind alle durchgesteckt und bieten einen Blick auf die Alpenkette. Jede Wohnung verfügt über eine eigene Loggia. Durch die Aufstockung mussten die Aufzüge verlängert, die Strukturen verstärkt und Maßnahmen gegen Erdbeben ergriffen werden. Ein neues Heizsystem wurde installiert, ebenso wie neue Wärmepumpen, die die Wärmerückgewinnung fördern. Das Gebäude I hat nun das Minergie®-Label.

Seine Fassaden wurden neu gestaltet (Behandlung der Karbonatisierung und Perimeterisolierung). Darüber hinaus wurden 672 Fenster ausgetauscht und 168 Photovoltaikmodule installiert. Eine neue Tiefgarage wurde errichtet, was eine Unterfangung erforderlich machte. Außerdem wurde der Beton der bestehenden Garagen behandelt. Auch die Strukturen der Garagen wurden verstärkt. Für optimale Sicherheit wurden Markierungen, Notbeleuchtungen und Sprinkleranlagen installiert. Die Feuerwehr hat nun einen leichteren Zugang. Schließlich wurden durch neue Außenanlagen Spielplätze, Gemeinschaftsgärten, Parkplätze, Fahrradständer und unterirdische Müllcontainer geschaffen.

Da dem Bauherrn die Bedürfnisse der Mieter sehr wichtig waren, beauftragte er den Generalunternehmer Alpenda mit der Einrichtung einer Mediation für das Umzugsmanagement und das Anhören von Beschwerden der Mieter. Eine Person wurde für diesen Posten abgestellt, um die Kommunikation zu erleichtern und die Umzüge in andere Wohnungen für die Dauer der Arbeiten zu organisieren. Dank dieser großen logistischen Herausforderung konnten die Beeinträchtigungen für die Mieter verringert werden. Die Mieter profitieren nun von neuen Einrichtungen und geringeren Energiekosten.

Umsetzung

Die Aufstockung wurde mit Stahl/Beton-Verbunddecken, Betonwänden für die Treppenhäuser und dem Bau neuer Wände realisiert. Die anderen Elemente bestehen aus einer Stahlkonstruktion aus Pfosten und Trägern, die nicht sichtbar sind, da sie in den Gipskartonwänden verborgen sind. Die Fassaden sind aus vorgefertigten Holzplatten mit Glasscheiben aus Siebdruck. Das Dach ist ein Flachdach mit Wasserrückhaltebecken. Gebäude I wurde gegen Erdbeben verstärkt, während Gebäude Z strukturell verstärkt wurde. In Gebäude I wurde das Untergeschoss bis zum 6. Stockwerk betoniert und in vier bestehenden Wohnsäulen in Gebäude Z wurden Metallverstärkungen eingebaut. Im Inneren wurden die Wohnungen in den neuen Stockwerken mit Holzböden und Einbauschränken ausgestattet. In allen neuen und alten Wohnungen wurden Küchen mit hochwertigen Geräten eingebaut und die Duschbäder und/oder Badezimmer raumhoch gefliest.

 

Technik

Durch die Renovierung wurde die CO2-Bilanz der 1965 erbauten Gebäude verbessert, indem von Öl auf Gas umgestellt wurde. Es wurden Wärmepumpen installiert,

Sie gewinnen einen Teil der Wärme aus der Abluft zurück, indem sie an das Heizungssystem angeschlossen werden. Der Einbau einer thermostatgesteuerten Fußbodenheizung in den neuen Wohnungen sowie der Austausch der 672 Fenster in Gebäude I fördern die Energieeinsparung.

Besondere Maßnahmen

Die Gebäude stammten aus den 1960er Jahren und enthielten Asbest, der in den Wohnungen und Gemeinschaftsbereichen entfernt werden musste. Auch die alten Heizöltanks mussten saniert werden. Schließlich erforderten die Unterfangungen für den Bau der neuen Garage besondere Maßnahmen.

Gestaltung der Außenanlagen

Um die unterirdische Garage zu realisieren, wurden neue Anpflanzungen als Ausgleich für die Fällung der Bäume angelegt, die zuvor auf dieser Fläche standen. Die Einrichtung von zwei Spielplätzen, einem Basketballfeld, Tischtennisplatten, Tischen und Bänken für Picknicks trugen zur Verbesserung des Lebens im Freien bei. Die Außenbereiche wurden mit neuer Beleuchtung, automatischer Bewässerung und zwei unterirdischen Müllsammelstellen ausgestattet. Ein partizipativer Gemüsegarten wurde für alle Bewohner angelegt. Für die Sicherheit wurden neue Bereiche für Feuerwehrparkplätze reserviert.

 

Herausforderungen

Da die Gebäude während der Bauarbeiten teilweise bewohnt blieben, gab es eine echte Herausforderung zu bewältigen. Auf menschlicher Ebene musste der Umzug der Mieter entsprechend dem Fortschritt der Arbeiten organisiert und alles getan werden, um die Beeinträchtigungen zu begrenzen. Auf technischer Ebene waren die Beibehaltung der Aufzugsmaschinerie im Dach während der Arbeiten an der Aufstockung und die anschließende Verlängerung der Aufzugsschächte und Treppen komplexe Aufgaben, die es zu bewältigen galt. Die mit den Mietern getroffene Vereinbarung beschränkte die Installation von Kränen und führte zu einer

hängendes Gerüst. Weitere Herausforderungen an die Koordination waren die Steuerung der Verkehrsströme zwischen der Baustelle und den Mietern sowie der Einbau von erdbebensicheren Verstärkungen in den Foyers der bestehenden Wohnungen.