Details zum Projekt

Ein Riss, der aus dem Zusammentreffen zweier städtischer Gewebe entstanden ist

Spezialist für Kontroll- und Inspektionsaktivitäten, die sie weltweit einsetzt und dabei 33.000 Menschen beschäftigt.

Lage

Die SGS wurde 1878 gegründet und ist seit 1919 in Genf ansässig. Seit 1925 befindet sie sich an ihrer heutigen Adresse an der Place des Alpes.

Diese prestigeträchtige Lage zwischen dem Bahnhof Cornavin und der Mont-Blanc-Brücke im städtischen Bereich der Reede stellt ein Scharnier zwischen zwei Geweben dar, von denen das eine senkrecht zum See und das andere parallel dazu ausgerichtet ist.

Das für den Bau des neuen Firmensitzes entwickelte Projekt trägt diesem historisch und städtebaulich entscheidenden Umstand weitgehend Rechnung.

Programm

Moderne Verwaltungsräume in neuen und restaurierten Volumen.

Das Raumprogramm definiert Bedürfnisse, die der klassischen Struktur moderner Verwaltungsgebäude entsprechen: Büros (Zellen- und Großraumbüros), ausgestattet mit der neuesten IT- und Telekommunikationsinfrastruktur, mit Regulierung des Raumklimas im Winter/Sommer und der Fähigkeit zur flexiblen Anpassung des Innenvolumens. Hinzu kommen ein Auditorium, Konferenz- und Schulungsräume, Entspannungsbereiche, eine Cafeteria und eine Küche.

In Anbetracht des für dieses Programm erforderlichen Volumens (ca. 50.000 m3 SIA) und der damit verbundenen 12.400 m2 Bruttogeschossfläche wurde die Option gewählt, zwei Drittel neu zu bauen und den Rest in den bestehenden, restaurierten und modernisierten Gebäuden einzurichten.

Projekt

Transparenz der Räume und Energieunabhängigkeit. Die Definition des Gebäudes in Bezug auf den Standort, die Klärung der bestehenden Gebäude und die Umsetzung des Projekts unter Nutzung des Erreichten sind die drei Hauptkriterien, die bei der Definition des Projekts zugrunde gelegt wurden.

Die Überlegungen, die zu diesen Themen angestellt wurden, führten zu einer kontrastreichen Architektur, die das neue Gebäude vom alten abhebt und gleichzeitig die Aufwertung des alten Gebäudes fördert.

Zwei weitere bestehende Gebäude, die im Laufe der Jahrzehnte durch verschiedene Eingriffe verunstaltet worden waren und nicht mehr in die städtebauliche Logik des Ortes passten, wurden abgerissen, wobei jede Kompromisslösung, die beispielsweise auf die vollständige oder teilweise Erhaltung der Fassaden abzielte, abgelehnt wurde.

Auf der Ebene der Umsetzung liegen das Interesse und die zu erreichenden Leistungen eines solchen Ansatzes in der Definition eines globalen technischen Niveaus, das für beide Einheiten, die alte und die neue, gleich ist.

Bei der ersten wurden nach einer Neudefinition des Innenvolumens, das durch Trennwände wiederhergestellt und die wichtigsten horizontalen und vertikalen Strukturen erhalten wurden, Verstärkungen mit Verbundbalken vorgenommen. Diese Maßnahmen ermöglichen es den Decken nun, die notwendigen Lasten zu tragen und die technische Infrastruktur zu integrieren.

Zur Kühlung ist das Verteilungsnetz in den Gipsputz der Decken eingebettet, was dazu beiträgt, das ursprüngliche Bild des Gebäudes zu erhalten, das insgesamt seine wichtigsten architektonischen Qualitäten sowohl außen als auch innen behält.

 

Das neue Gebäude, das auf der Grundlage einer Metallstruktur errichtet wurde, bietet vollständig verglaste Fassaden, die alle transparent sind und sich um einen inneren Lichtschacht mit ellipsenförmiger Geometrie gruppieren.

Sie bestehen aus doppelten Isoliergläsern aus „extra weißem“ Glas auf der Außenseite, mit einer 30 cm breiten Glasaussteifung für statische Unterstützung, alle 3,00 m. Ein 30 cm breiter Zwischenraum ermöglicht den Abzug überhitzter Luft und bietet Platz für eine Lamellenjalousie.

Im Inneren lassen sich die Paneele aus „Securit“-Glas öffnen. Ebenso weisen die vertikalen Zirkulationen, Aufzüge und Treppen eine vollständige Transparenz auf. Das Dach des Gebäudes deckt das Penthouse ab und ragt über das bestehende Gebäude hinaus und verbindet es mit dem Neubau auf der Höhe seines Prunkgeschosses.

Sie ergänzt somit durch ein horizontales Element den vertikalen Glas-„Spalt“, der die beiden Einheiten verbindet und symbolisiert gleichzeitig das „städtebauliche Scharnier“, das durch das Projekt hervorgehoben wird. Ein „Rückgrat“, das alle technischen Wege, die in den neuen und alten Stockwerken zu verteilen sind, zusammenfasst, ermöglicht eine logische und klare Planung und fördert gleichzeitig die Verwaltung zukünftiger Anpassungen der Innenvolumen.

Das Energiekonzept für Heizung und Kühlung beruht auf einer Wärmepumpe, die die Wärme des Wassers nutzt, das über eine 300 m lange, doppelte Zu- und Ableitung aus dem See entnommen wird, die in Abstimmung mit den Baugruben der Versorgungsunternehmen angelegt wurde.

Das angenommene System funktioniert in zwei Richtungen, es ist umkehrbar, kann aber auch gleichzeitig in beiden Regimen arbeiten, indem es Energie entnimmt und wieder abgibt. Außerdem kann Energie in Form von drei großen Tanks und einem Eisvorrat gespeichert werden, um auf mögliche Ausfälle reagieren zu können.